Hand zu Hand e.V., Schwarzburger Str. 34, 28215 Bremen, Tel. und Fax 0421 / 37 57 56/>  
       
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    <p style=Hand zu Hand e.V. seit 2006

Sein Unglück
ausatmen können
tief ausatmen
und vielleicht auch
sein Unglück sagen können
in Worten


in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar









irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte
und weinen können.

Das wäre schon
fast wieder
Glück



"Aufhebung" von Erich Fried




Gehörlose

Der ausschlaggebende Aspekt zwischen der Selbstbezeichnung "hörgeschädigt" oder der Selbstdefinition "gehörlos" liegt in der Nutzung der Sprache.
Der Begriff hörgeschädigt, der eigentlich als Oberbegriff alle Hörschädigungen von leichter Schwerhörigkeit bis hin zur absoluten Taubheit beschreibt, wird zumeist von den Menschen genutzt, die noch in Lautsprache kommunizieren.

Findet üblicherweise eine Kommunikation in der deutschen Gebärdensprache statt oder ist sie einzig mögliche Kommunikationsform, bezeichnen sich die Menschen in der Regel als gehörlos.

Die Selbstdefinition "gehörlos" kann auch für sogenannte resthörige Menschen (Hörgeschädigte), die die Gebärdensprache als "ihre" Sprache bezeichnen, gewählt werden.

Obwohl Gehörlose sich teilweise nicht als Behinderte, sondern als Sprachminderheit verstehen, lässt sich unseres Erachtens die Nutzung der Gebärdensprache nicht mit der Nutzung einer anderen Lautsprache (beispielsweise Englisch) vergleichen. Vielmehr ist das Fehlen einer Lautsprachkompetenz verknüpft mit einer Lebensrealität, die sich von der Lebensrealität Hörender (egal welcher Lautsprache) gravierend unterscheidet.

Nichts desto trotz, ist eine unterstützte Kommunikation mit Hilfe von GebärdensprachdolmetscherInnen für die Verständigung zwischen Hörenden und Gehörlosen und zur Gewährleitung einer Teilhabe am Leben notwendig.

Als „Amtssprache“ seit 2002 anerkannt und somit in öffentlichen Bereichen nutz - und finanzierbar, bleibt der vollständige „Privat“ Bereich, wie kulturelle, politische und soziale Veranstaltungen (z.B. Hochzeit, Beerdigungen, Beratung in Fachberatungsstellen etc.) von den GebärdensprachnutzerInnen selbst zu finanzieren.


Wenn der Hörsinn fehlt, fehlt die Möglichkeit zur Kommunikation in der lautsprachlich orientierten Welt.

Sandspieltherapiebild








"Nicht sehen trennt von den Dingen,
nicht hören trennt von den Menschen"

Zitat der taub - blinden Helen Keller
(1880 - 1968).





Die fehlende Möglichkeit zur Kommunikation prägt das Leben vieler Gehörloser und stark Hörgeschädigter, denn



Gehörlose brauchen Menschen, die sie in ihrer Sprache fachkompetent beraten und begleiten können, aus diesem Grund gibt es Hand zu Hand e.V.

Der Verein lebt von Spenden.

In Deutschland sind ca. 80.000 Menschen gehörlos und auf eine Kommunikation in Gebärdensprache angewiesen.

Für die Hansestadt Bremen, das Land Bremen sowie den Umkreis von 100 km sind dies etwa 4000 Menschen.
Darüber hinaus leben im Land Bremen und dem Umland etwa zusätzlich 1000 hörende Kinder mit ihren gehörlosen Eltern.
Weitere 5 % - 10% der Bevölkerung (rund 50.000 Betroffene) sind mittel bis stark schwerhörig und bevorzugen eine Kommunikation mit einem Gegenüber, das um die spezielle Situation Hörgeschädigter weiß und im Gespräch mit schwer Hörenden vertraut ist.

Kontakt

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